Gastbeitrag: Wer hat Angst vor Ronny, Kevin und Justin? | 9flats.com Blog

Gastbeitrag: Wer hat Angst vor Ronny, Kevin und Justin?

Was als Möglichkeit begann mir eine besonders schöne Wohnung zu leisten, hat sich zu einer echten Leidenschaft entwickelt: Das Vermieten eines Gästezimmers an Hamburg-Besucher über 9Flats. Die Erfahrungen von mir und meinen Gästen aus zwei Jahren Social Traveling sind bald in einem Buch nachzulesen. Hier eine dieser Geschichten.

Als Gastgeber bei 9Flats erlebt man manch eine Überraschung. Ein „Ronny“ bucht da das Gästezimmer in meiner schönen Wohnung. Drei Nächte, drei Personen. Er hatte eine Buchungsanfrage ohne weitere Kommentare geschickt. Ich habe sie ohne weitere Kommentare bestätigt. Zack, zack. Ein schnelles, sauberes Geschäft.

Als dann ein paar Wochen später sein Besuch ansteht, frage ich mich dann doch, wer dieser Ronny denn sein könnte. In meiner Phantasie sehe ich Ronny, 24 Jahre, raspelkurze Haare, KFZ-Mechaniker aus einem Vorort von Dresden mit seinen zwei Kumpels, die vermutlich Kevin und Justin heißen und ein wildes Wochenende in Hamburg mit Reeperbahn-Sauftour und Fischmarkt planen. Und die mich mittelalterlichen Menschen nachts vermutlich keine Ruhe finden lassen. Na, das kann ja lustig werden.

 Dann am Tag der Anreise dann eine SMS. „We arrive at 8. Will you be at home then?“ Wieso spricht Ronny englisch? Ich schreibe ihm, wo er den Schlüssel findet, da ich zu der Zeit unterwegs bin. Als ich dann gegen 22 Uhr nach Hause komme, höre ich nur ein durchdringendes lautes Schnarchen. Es ist dunkel. Die Jungs schlafen wohl schon. Im Bad eine Zahnpastatube mit seltsamen Schriftzeichen drauf. zahnpasta

Ich bin verwirrt. Ist Ronny etwa ein Rückkehrer aus einem afghanischen Terrorcamp und bereitet sich in Hamburg auf Anschläge vor? Ich schlafe beunruhigt ein.

Am nächsten Morgen lerne ich eine sehr freundliche Familie kennen. Vater Avi  , Mutter Ronny und Ar, ihre 14-jährige Tochter. Sie kommen aus Israel und sind als Touristen in der Stadt. Deutschland-Fans wie sie sagen. Wir verstehen uns prächtig, lachen viel und essen am Abend gemeinsam. Ein halbes Jahr später besuche ich sie in Tel Aviv. Über diese Überraschung bin ich jetzt immer noch sehr froh.

Mehr Social Traveling Geschichten gibt es in dem Buch „9Flats und ich“, das bis zum 7.10. im Crowdfunding auf Startnext vorgestellt wird. Die Wohnung in der das alles und mehr passiert ist, findet ihr hier

Mehr zum Projekt auch auf Youtube

 

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Written by , September 26, 2014

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