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Reisetipps

Die Kanaren: Frühling… für immer

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Die Kanarischen Inseln haben weit mehr zu bieten als überfüllte Strände, Plattenbauten und Happy-Hour-Cocktails. Wir fragten Borja einen gebürtigen Kanarier, wohin die echten Spanier gehen, was sie essen, und wohin sie sich zurückziehen.

 

Über mich: Essen- und Kunstliebhaber. Ich zeige dir die besten Orte, um deinem Magen große Freude und deinen Augen ein wahres Erlebnis zu schenken – mit wunderschönen Ausblicken und fantastischer Architektur. Für mich ist auch die Begegnung mit Einheimischen beim Reisen ein Muss.

 

Dezember 31. Meine Mutter ist beschäftigt und bittet mich zu verschwinden, damit sie für heute Abend alles vorbereiten kann. Es ist 23°, also entscheide ich, zum Strand zu gehen. Sandalen an, Weihnachten überall, blauer Himmel, und immer noch Europa. Willkommen in der Stadt, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Willkommen auf meinem Gran Canaria …

Es ist egal, wann du zu dieser kleinen Insel aufbrichst, die mitten im Atlantik zwischen Afrika, Europa und Amerika liegt, denn Gran Canaria wird “die ewige Frühlingsinsel” genannt. Ob du Strände, Berge, Felder oder Städte sehen willst, alles haben wir hier, unter Sonnenschein und gar nicht so weit entfernt vom europäischen Festland.

Hier sind meine Tipps, damit du dieses Reiseziel wie ein echter Einheimischer genießen kannst …

 

Mit Frühstück beginnen …

Frühstück in Las Palmas

“Setze dich für ein Frühstück in die Bar Emiliano und frage nach ‘chocolate con churros

Las Palmas de Gran Canaria, die Hauptstadt der Insel, ist ein guter Ausgangspunkt. Ich empfehle einen morgendlichen Besuch zum Mercado de Vegueta einem Markt in der hübschen Altstadt Vegueta-Triana. Ein Markt ist immer der perfekte Ort, die Lebensweise und Essgewohnheiten der Menschen zu beobachten. Setze dich für ein Frühstück in die Bar Emiliano und frage nach ‘chocolate con churros’, einem sehr dickflüssigen Schokoladengetränk mit churros (frittierten, langen, knüsprigen Donuts). Wenn du fertig bist, kannst du von Vegueta über die Domstraße nach Triana hinübergehen und dort entdeckst du den gemütlichen Plaza Cairasco. Warum nicht eine kleine Pause machen, um das Gabinete Literario-Gebäude im Kolonialstil zu bestaunen und einen süßen ‘leche y leche’ (Kaffee mit Milch und Kondensmilch) im historischen Hotel Madrid zu bestellen, übrigens derselbe Ort, an dem Diktator Franco 1936 in der Nacht vor seinem Staatsstreich geschlafen hat. Ein merkwürdiges Paradox: Dieser Ort war im 19. Jahrhundert auch ein Zentrum für Intellektuelle.

Nachher mache dich auf den Weg zur Calle Triana und guck dir das an. Diese Allee ist großartig, wenn man sich auf eine Bank setzen und den multikulturellen Charme der Stadt genießen will. Las Palmas war schon immer ein Ort, wo Menschen eine kurze Weile bleiben. Wie in den Vereinigten Staaten findet man Kanarier mit indischer, britischer, venezolanischer und anderer Herkunft, und dann gibt es die Ausländer, die teilweise von ganz weit kommen, um hier einen kleinen Aufenthalt in der Sonne zu machen.

 

Auf zum Hafen …

“Der beste Moment in Las Canteras kommt, wenn die Sonne untergeht …das muss man einfach sehen”

Erstmal gehst du zum Busbahnhof und steigst in einen ‘guagua’ (unser cooler Name für Bus) ein. Vermeide die Touristenbusse! Die Linie 12 bringt dich schnell und günstig zur Bushaltestelle Intercambiador de Santa Catalina.

Wenn du am Hafen ankommst und seine Größe siehst, dann verstehst du vielleicht besser, warum Las Palmas so facettenreich ist. Fange am Parque Santa Catalina an und verliere dich in den angrenzenden schmutzigen Straßen, die scheinen, als wären sie aus der Zeit gefallen. Schon ist es Mittagszeit, und das Oso Polar-Restaurant ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die multikulturelle Seite der Stadt. Wunderbare indische Küche an einem gemütlichen Ort!

Die Atmosphäre in El Puerto mit den Hotels, alten Läden und unterschiedlichen Menschen macht einen müde. Alles ist Chaos. Afrika, Amerika und Europa in einem großen Mischmasch. Und plötzlich gibt es auf der anderen Seite des Hafens … den Las Canteras beach-Strand, unseren kostbaren Schatz. Die perfekte Gelegenheit, nicht mehr auf die Uhr zu schauen, das Handy auszuschalten und das Leben zu genießen. Hier ist mein Tipp: Gehe über den Platz, bleibe kurz im Casa Suecia, iß von den leckeren Torten oder schwedischen Spezialitäten und lies ein Buch, dann kannst du schwimmen gehen oder einfach am Strand entlanglaufen.

Schaue den Surfern am La Cícer-Strand bei ihren Künsten zu. Hunger? Wieder?! Gehe zum Ca´Ñoño und probiere sein berühmtes ‘bocadillo de calamares’ (Tintenfisch-Sandwich) und seine ‘papas con mojo’ (Kartoffeln mit spezieller kanarischer Soße). Was Süßes? Das Eis in Peña La Vieja ist wie der Himmel auf Erden (so gut, dass es angeblich Paul McCartney inspirierte, “Let It Be” zu schreiben). Der beste Moment in Las Canteras kommt, wenn die Sonne untergeht und du die Farben im Himmel siehst. Schwer zu beschreiben, das muss man einfach sehen. Auch beeindruckt, wie viele Sachen man an einem Strand machen kann?

 

Und in der Nähe …

“Ich war schon immer beeindruckt von der Vielfalt der Landschaft, die eine einzige Insel bieten kann.”

Außerhalb der Stadt würde ich auf jeden Fall Barrio de San Cristóbal im Süden empfehlen. Die bunten Häuser und die karge Küste schaffen die ideale Atmosphäre in diesem traditionellen Fischfanggebiet am Rande der Stadt. Du musst dort Fisch essen, keine Frage. Und nicht nur Fisch, sondern auch gofio escaldado, ein typisches kanarisches Gericht aus geröstetem Mais.

Ich bin ein großer Fan von mercadillos (Flohmärkten) und San Mateo and Teror sind die nettesten: voll mit frischem, leckerem kanarischem Essen. Ein Muss ist chorizo de Teror und queso de Valsequillo. Weil die Temperaturen mild sind, ist es auch möglich, viele Zierpflanzen, besonders tropische, auf den Märkten zu sehen. Handgefertigte Gegenstände, wie die wertvollen kanarischen Tischtücher, sind gute Mitbringsel.

Ich war schon immer beeindruckt von der Vielfalt der Landschaft, die eine einzige Insel bieten kann. Ich hoffe, du bist das auch!

 

Und die anderen Inseln?

 

What to do in Tenerife, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera and El Hierro

“Die anderen sechs Hauptinseln der Kanaren sind auf ihre eigene Weise auch großartig” Foto von rhodesj, Flickr

Obwohl Gran Canaria eine sehr facettenreiche Insel ist, sind die anderen sechs Hauptinseln der Kanaren auf ihre eigene Weise auch großartig. Verpasse nicht (von der größten zur kleinsten) …

        1. 1. Teneriffa … genieße wunderschöne Blicke über den Mirador de la Garañona vom Café El Rincón Encantado, das von einem italienisch-österreichischen Paar betrieben wird.
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2. Fuerteventura… nimm die unberührte Natur in Cofetein dich auf – jenes versteckte Strandparadies (obwohl nicht wirklich passend fürs Schwimmen).Unterkünfte >

3. Lanzarote… besuche am Sonntag den Teguise market und genieße die Stimmung eines typischen kanarischen Dorfs. Es gibt vom 21. bis 23. Dezember dort sogar einen Weihnachtsmarkt.
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4. La Palma… esse vieja Sancochada (Brasse, meinen Lieblingsfisch!) in Salta Si Puedes, einem fantastischen Restaurant in Los Llanos de Aridane. Der Saal ist ein riesiges Weinfass!
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5. La Gomera… wage es vom Playa Santiago to Los Roques einen fantastischen Weg durch die wunderschöne Landschaft zu beschreiten. Nach einer Weile kannst du die Einsamkeit fühlen und dir das Leben der Ureinwohner vorstellen.
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6. El Hierro… schwimme in El Charco Azul, einem natürlichen Meeresschwimmbad. Ruhe und Natur, die pure Perfektion!
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Written by , October 23, 2012

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